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Unterstürmig – wir kommen!

 

Probenwochenende des Jugendorchesters

in der Lias – Grube vom 01.07. – 03.07.2011

Das Wertungsspiel stand ins Haus und noch saß nicht jeder Ton an der richtigen Stelle - das fand jedenfalls Reinhold, unser Dirigent. Also musste da noch ein bisschen an den Wertungsstücken gefeilt werden. Genug Grund, um mal ein Wochenende mit dem gesamten Jugendorchester auf Tour zu gehen.

Nachdem jeder „Musikertransporter" das kleine Dorf Unterstürmig bei Eggolsheim gefunden hatte, konnten die einzelnen Hütten bezogen werden. Dabei waren die Betten, unter denen selbst für Tenorhorn & Co Platz war, ein echter Segen. (Auch für leer gefutterte Chips-Tüten, Kaugummipa- pierchen und den Schuh des Zimmergenossen waren die Kisten geeignet...). Nach der obligatorischen Ansprache im Aufenthaltsraum des Haupthauses („Führt Euch ordentlich auf...! Macht nix kaputt...! Bitte kommt pünktlich zu den Terminen...!) konnte endlich das Freigelände der Umweltstation Lias - Grube, ein 17 ha großes ehemaliges Tonabbaugebiet, mit Aussichtsturm, Bauerngarten und Feuchtbiotop, sowie einem genialen Hang, der geradezu zum Suchen nach Fossilien und zum Herunterrutschen auf dem Hosenboden einlud („Entschuldigung, liebe Mütter, wir konnten das leider nicht verhindern...!"), erkundet werden.

In der Zwischenzeit bereitete das Betreuerteam das Essen für das abendliche Picknick vor. 80 Brötchen wurden mit Wurst und Käse reich belegt. Um 19Uhr machten wir uns zur Feuerstelle auf. Dort gelang es uns, die hungrigen Mäuler zu stopfen.

Der Abend klang dann noch mit ein paar Spielen ( Blancieren zwischen zwei Bäumen und in Laufspiel, bei dem die schnellsten noch einmal auf ihre Kosten kamen und Gummibärchen verdrücken konnten) aus.

Um 22Uhr ordneten wir Bettruhe an. Als dann gegen 22.30Uhr auch die letzten drei Kulturtaschen mit den dazugehörigen Damen ihre Betten gefunden hatten, hofften wir, dass jetzt Ruhe einkehren würde. Aber - falsch gedacht! Denn Türen und Fenster eigneten sich prima, um noch mal so richtig Krach zu machen. So positionierten wir uns, mit Tisch und Bänken ausgerüstet, in der Mitte der Häuser, um den wilden Haufen etwas besser bändigen zu können. Gegen 1Uhr morgens hatten auch die letzten wilden Kerle und Mädels dann endlich aufzugeben.

Nach dieser kurzen Nacht begann der Samstag für uns mit einer Überraschung. Das bestellte Frühstück war nicht geliefert worden. Also schnell mal für 38 Musiker/-innen einkaufen fahren und um dann ein leckeres Frühstück aufzutischen.

Sehr zum Leidwesen der Musiker / -innen hatten auch die einzelnen Registerleiter rechtzeitig Unterstürmig gefunden. So versammelten sich das tiefe Blech zusammen mit Heike unter dem einen Hüttenvordach und die Holzbläser zusammen mit Reinhold unter dem anderen. Eine extra Wurst gab es nur für das Trompetenregister. Für sie wurde extra Silvia Dotterweich engagiert. Außerdem wurde der Probenraum auf die Erlebniswiese verlegt. Die Percussionsabteilung hatte sich den Logenplatz im Gemeinschaftsraum reserviert. Kilian Geuß konnte da ganz entspannt mit Blick auf den See sein Register unterrichten. Außerdem war auch der Weg zum Mittagsbuffet nicht so weit... Und das hatten sich alle nach gut zwei Stunden harter Probe redlich verdient. Nudeln mit Hackfleischsoße und Salat - das macht müde Musiker munter! Anschließend erledigte der Küchendienst noch seine Arbeiten, während die „chillen" konnten.

Doch die „Urlaubsstimmung" hielt nur so lange, bis auf dem Terminplan der Punkt „Orchesterprobe" auftauchte. Gnadenlos lies Reinhold Passagen im ersten Wertungsstück so lange wiederholen, bis auch er zufrieden war und genüsslich eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen in der Pause verdrücken konnte. Frisch gestärkt ging es dann noch an das zweite Musikstück.

Das Betreuerteam hatte im Hintergrund schon wieder alles organisiert, so dass das Abendessen schon kurz nach der Orchesterprobe auf dem Tisch stand. Und wie es sich ein hart schuftender Musiker verdient hat, gab es Schnitzel und Kartoffelsalat in Hülle und Fülle. Selbstverständlich haben die Betreuer die Zeit der Proben genutzt, um eine schöne, durch ein Wäldchen führende („Ich seh' aber Nachts nichts!"), Nachtwanderung vorzubereiten. Ein Trupp starker Jungs schaffte das mitgebrachte Holz zum Lagerplatz. Als es schon langsam dunkel wurde, schürten wir das Lagerfeuer wurde an. Einige mampften still das mitgebrachte Knabberzeug, andere wünschten sich aus den ausgeteilten Liederbüchern ihren Lieblingssong (zugegeben: ihr könnt besser Musik spielen als singen - da geben uns die Gelbbauchunken aus dem Feuchtbiotop und der Flussregenpfeifer, den wir leider nie gesehen haben - sicherlich Recht). Aber dann wurde es Zeit, sich auf den Weg zu machen. Jede / jeder konnte überzeugt werden („ Ich schlafe aber am Samstag immer für die nächste Schulwoche vor!"), seinen fehlenden Schönheitsschlaf nicht in dieser Nacht nachzuholen, sondern sich mutig an die Nebenfrau / den Nebenmann zu drücken, um bei der Nachtwanderung dabei zu sein. Unterwegs gab es, wie es sich für so eine Wanderung gehört, natürlich auch eine Gruselgeschichte. Zurück am Lagerfeuer warteten schon Folienkartoffeln darauf, noch mal ins Feuer geworfen zu werden. So langsam löste sich die Lagerfeuergesellschaft auf. Besonders sei hier noch einmal Selina genannt! Von der Mama am Bahnhof nach einer Woche Schullandheim (mit sehr wenig Schlaf) abgeholt, schnell die Taschen getauscht, nach Unterstürmig gefahren, Proben mitgemacht und dann bis nach der Nachtwanderung durchgehalten, ohne vor lauter Übermüdung vom Baumstamm am Lagerfeuer zu fallen - RESPEKT!

Aber auch alle anderen haben tapfer durchgehalten. Diese Nacht war auch eigenartiger Weise viel ruhiger als die vorhergehende. Woran das wohl lag???

Trotzdem war auch diese Nacht irgendwie zu kurz und das Aufstehen fiel uns allen schwer. Unser Abreisetag war gekommen. Nach dem Frühstück hieß es „Alle fassen mit an!" Wir Betreuer waren uns einig: Das machen wir mal wieder - gleich nächstes Jahr! Gut, das mit dem Einhalten der Regeln - darüber sprechen wir beim nächsten Probenwochenende noch mal genauer. Aber am Sonntag habt ihr uns gezeigt, dass es doch funktioniert, wenn Häuser aufgeräumt und gekehrt werden müssen, Stühle gestapelt, Müll entsorgt, Gepäck eingepackt und Instrumente verladen werden müssen. Ihr seid auf dem besten Weg, ein eingeschworener Haufen zu werden. Es hat uns viel Spaß gemacht, dieses Wochenende mit Euch zu verbringen.

Vielen Dank auch an alle Mütter und Väter, die uns hierbei unterstützt haben.

Euer Betreuer - Team